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Kunstbetrachtung XXII: Helen Frankenthaler, Kunstmuseum Basel, 18. April bis 23. August 2026

Im Kunstmuseum Basel sind die farbenprächtigen Bilder der amerikanischen Künstlerin Helen Frankenthaler (1928-2011) zu sehen. Sie beeindruckt durch riesige Leinwände, abstrakte, fliessende Farbkompositionen und einer damals neuartigen Technik, die sie erfunden hat: Soak-Stain-Technik genannt und von vielen (männlichen) Malern übernommen. Die Künstlerin goss dazu Farbe auf die auf dem Boden liegende, unbehandelte Leinwand und verteilte diese mit Pinseln, Schwämmen, Besen und auch ihren Händen und Füssen. In Amerika gehört sie zur ersten Generation abstrakt malender Künstlerinnen. Leider ist ihr Schlüsselwerk Mountains and Sea im Kunstmuseum Basel nur als Miniatur zu sehen.

Als junge Frau wird sie Teil der New Yorker Kunstszene. Selbstbewusst und innovativ weiss sie, dass sie gross malen muss, um sich in der von Männern dominierten damaligen Kunstwelt zu behaupten. Mit ihrer Durchtränkungstechnik löst sie sich von allen Vorbildern und begründet ihre eigene Bildsprache. Aber sie reagiert auch auf ihre Vorbilder aus der Kunstgeschichte und erschafft Bilder inspiriert von der PopArt. Mit der Serie «Paraphrasen» überführt sie ab 1980 die Bilder von Manet, Courbet und weiteren in ihre abstrakte Bildsprache. Helen Frankenthalers Hommage an Marie Laurencin (einer französischen Künstlerin aus dem frühen 20. Jh) ist ein sehr schönen Beispiel aus diesem Zyklus. Sie kopiert die Bilder nicht, sondern «zerlegt» sie in Farben und Formen. In besagtem Bild «Jeune fille couronnée» ist dies besonders gut zu sehen.

Die Ausstellung lebt von ihrer intensiven Farbigkeit, der monumentalen Grösse der Bilder und beeindruckt zudem durch die aussergewöhnliche Biografie Helen Frankenthalers.

 

https://kunstmuseumbasel.ch/

 

Helen Frankenthaler , Riverhead, 1963

 

Helen Frankenthaler , Claude‘s Message, 1976

 

Helen Frankenthaler, Hommage à L. M., 1962

Marie Laurencin, Jeune fille couronnée, 1925

 

Helen Frankenthaler , Moveable Blue, 1973