Wie der herausragenden, in Zofingen am 2. Mai 1925 geborenen Künstlerin Eva Aeppli zeitgenössische Positionen gegenübergestellt werden, ist schlicht grossartig. Peter Aerschmanns Videos nehmen das Thema Tod und Vergänglichkeit in bewegten Stillleben auf. In poetischen, fast meditativen Bildern zeigt er in verschiedenen Videos seinen Zugang zum Thema. Sein raumgreifendes Video «Marionetten 1» im Ballsaal im Obergeschoss steht in direktem Dialog mit Eva Aepplis Stofffigur «Soleil Noir». Die etwas gruselig anmutende Figur sitzt erhaben auf ihrem Podest und lässt Aerschmanns Puppen tanzen.

Einen Raum weiter nimmt Ana Vujić mit ihrem Werk «Sectio» aus der Serie «Just another Fear» die Ängste der ihr gegenübergestellten Aeppli-Kohlezeichnung auf. Wie das Skelett in Aepplis Zeichnung auf dem Jahr 1964 scheint auch Vujićs dargestellte Frau keine Möglichkeit, der bedrohlichen Situation zu entfliehen. In den Augen der beiden Kohlezeichnungen zeigt sich grosse Angst und ein Gefühl des Ausgeliefertseins.

Etwas weniger beängstigend geht Nici Jost an die Gegenüberstellung mit Eva Aeppli. Sie, die rosa als ihr künstlerisches Thema in den Vordergrund stellt, hat sich im Erdgeschoss Aepplis Figurenpaar aus «Les Cinq Roses» angenommen und übersetzt die Skulptur farblich in die Neuzeit: mit Makrofotografien, die den Stoff des Kleids oder ein Körperteil der beiden Stoffpuppen aufnehmen. Mit ihrem Farb- und Objektkonzept setzt sie ein harmonisches Ensemble, das sowohl über Feminismus wie auch über künstliche Intelligenz sinnieren lässt.

Eva Biglers gutes Auge bei der Auswahl von Augustin Rebetez’ Bildern und Objekten zeigt sich darin, dass diese zwar nicht direkt auf Eva Aepplis Werke Bezug nehmen, aber dennoch hervorragend mit ihnen korrespondieren – sei es mit den drei Bronzeköpfen oder auch mit «Les Cinq Roses», deren anmutige Haltung sich in einer wunderbaren, kleinen Zeichnung widerspiegeln.

Der Besuch ist ein Muss; das Kunsthaus Zofingen hat von Donnerstag- bis Sonntagnachmittag geöffnet.